Detlef Lemke im Interview

Detlef Lemke im Interview

Seit über 20 Jahren VdK Kreisverbandsvorsitzender

Was sind die Ziele des VdK?

»Der Sozialverband VdK ist die größte Selbsthilfeorganisation aller sozial benachteiligten, behinderten und chronisch kranken Menschen in Deutschland. Der Sozialverband VdK vertritt seine Mitglieder in allen Rentenfragen sowie auf den Gebieten Kranken- und Pflegeversicherung, Rehabilitation, Behinderten- und Sozialhilferecht sowie Unfall- und Entschädigungsrecht. Selbst vor Behörden und Gerichten setzt sich die Organisation intensiv für die Belange seiner Mitglieder ein.
Unser besonderes Ziel ist es, auch weiter das Verantwortungsgefühl der jüngeren Generation für die Älteren und Schwächeren aufzubauen.«

boy-20233_1920

An wen richtet sich der
Kreisverband Schwäbisch Gmünd?

»An alle Menschen, Kinder oder Erwachsene, Behinderte oder nicht
behinderte Menschen, die sich im sozialen Dschungel nicht zurechtfinden.«

Aus welchen Gründen wenden sich
die Menschen an den VdK?

»In den VdK-Geschäftsstellen bekommen unsere Mitglieder kompetente sozialrechtliche Beratung bis hin zur gesamten Prozessvertretung. Wir verteidigen vehement die sozialpolitischen Interessen.
Der VdK widmet sich außerdem intensiv der Betreuung ­seiner Mitglieder und bietet allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Rahmen eines vielfältigen Serviceangebotes nicht nur Rat und Hilfe bei der Durchsetzung von sozialrechtlichen Ansprüchen an, sondern auch aktuelle und gesellschaftliche Veranstaltungen.«

Senior and old age nurse recommending nursing home

Wie  wichtig sind
Netzwerke für Ihre Arbeit?

»Ein wichtiger Bestandteil der Freiwilligenarbeit sind die Netzwerke. Die wichtigsten Netzwerke bestehen nicht nur online, sondern insbesondere durch gute Kontakte zwischen Menschen und zwischen Institutionen. Je mehr ›gute Kontakte‹ vorhanden sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man für ein bestehendes Anliegen den richtigen Ansprechpartner findet und so schnell Mithilfe erhält.
Dies gilt für den Sozialverband VdK als größte Anlaufstelle für sozial benachteiligte Menschen umso mehr. Um schnell und gezielt Hilfe und Unterstützung in nahezu allen Lebenslagen anbieten zu können, ist es sowohl für den Kreis- aber insbesondere auch für die Ortsverbände von großer Bedeutung, vor Ort mit allen wichtigen Institutionen vernetzt zu sein und für alle erfolgreich zusammenzuarbeiten.

Und aufgrund meiner Funktion als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Ulm und am Landessozialgericht Stuttgart habe ich mir auch unter anerkannten Fachärzten und Hausärzten ein sehr starkes Netz aufgebaut; meine ehrenamtliche Tätigkeit als VdK-Kreisverbandsvorsitzender hat mir dabei viele Türen geöffnet. Besonders auch mit allen Rehakliniken in Deutschland und Kliniken stehe ich in Kontakt und erhalte so viele neue Informationen und kann diese fallbezogen in meine Tätigkeit aufnehmen. Meine Devise, seit ich als VdK-Kreisverbandvorsitzender angetreten bin, ist, dass ich immer versuchen werde, eine Brücke in alle Richtungen zu bauen.«

Das Selbstverständnis des VdK wandelte sich mit der Zeit. Wo steht, Ihrer Einschätzung nach,
der VdK  in zehn Jahren?

»Viele Menschen werden sich wahrscheinlich in einer sozialen Schieflage befinden. Die Arbeitslosigkeit und auch die Altersarmut werden zunehmen. Außerdem kommen die Herausforderungen des demografischen Wandels hinzu, von der Bereitstellung barrierefreien Wohnraums bis hin zur ausreichenden Versorgung durch Ärzte und Pflegefachkräfte. Deswegen muss sich in den nächsten zehn Jahren der VdK noch stärker für die Belange aller Mitglieder einsetzen, um auch in Zukunft gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.«

VDK-Gruppenbild

Wie entwickelten sich die
Mitgliederzahlen in den letzten Jahren?

Überaus positiv! Wir konnten gegen den aktuellen Trend in anderen Institutionen unsere Mitgliederzahl mehr als verdoppeln. Die Mitgliederzahl stieg von anfänglich 1100 auf nun aktuell 2600 Mitglieder, die in 20 Ortsverbänden organisiert sind. Die Mitgliederzahl zeigt, dass der Sozialverband VdK auf einem guten Weg ist.